Woche 7: Fruchtlos!?

Eigentlich ist mir gar nicht nach bloggen. Ich hab’ die voll schlimme Woche hinter mir.

sad-SamiAlles fing damit an, dass plötzlich keiner mehr kam, um sich mit uns Tablets zu beschäftigen. Stund’ um Stund’, Tag um Tag lagen wir in unseren Schaumstoffbettchen und hatten nichts zu tun. Aber es war anders als an diesen Wochenenden, die die Menschen haben. An solchen Tagen war es hier einfach nur ganz still. Total still – so dass man die Staubflocken hat fliegen hören. Nicht so in den letzten Tagen. Um uns herum war Gewusel und Geschäftigkeit. Aber wir blieben im Dunkeln. Bis Mittwoch. Da ging plötzlich der große Deckel unserer Schlafbox auf – und unsere Tabletherzen gleich mit! Die frech-kuschelige Lehrerin war da. Und meine „Pflegemama“. Aber die guckten so traurig. Da wusste ich schon: Jetzt kommt was, auf das wir sicher gerne verzichtet hätten. Ein Früchtchen nach dem anderen wurde herausgeholt, weil zwei uns völlig unbekannte Männer etwas von „zu viel Gewicht“ gefaselt hatten. Hallo!?! Schlanker als wir geht doch fast gar nicht! Na jedenfalls wurden dann alle Früchtchen auf einen Haufen gelegt.

tablet-haufen-1Da bekam die menschliche Redewendung „bedrückt sein“ eine ganz neue Bedeutung. Ganz leise, damit es keiner mitkriegt, haben wir Tablets Mutmaßungen angestellt, was denn gerade passiert. Kumquat meinte, wir würden vielleicht mal ordentlich sauber gemacht. Wäre auch wahrlich nötig gewesen. Gerade er sah aus wie eine Sammlung Fingerabdrücke! Aber das war es nicht. Erdbeere hatte die bekloppte Idee, wir bekämen neue Kleidchen – das orangene hatte ihm nie so gefallen, der war immer neidisch auf Aprikoses türkisene Hülle gewesen. Granatapfel und Ananas, an Überheblichkeit mittlerweile fast schon nicht mehr zu überbieten, setzten dem Ganzen noch einen drauf und meinten, sie würden bestimmt jetzt goldene Anzügchen bekommen. Aber auch diese Vermutungen waren alle falsch. Das wurde uns schlagartig klar, als der Wagen mit unseren Schaumstoffbettchen und den Klack-Klack-Klack-Brettchen von den zwei Unbekannten (und lasst Euch sagen: Schlank waren DIE auch nicht gerade *pffffffff*) aus dem Raum gerollt wurde und um die Ecke verschwand. Da hörte ich die frech-kuschelige Lehrerin das schlimmste Wort sagen, das ich je verarbeiten musste: ABSCHIED. Instinktiv hat mich meine „Pflegemama“ an sich gedrückt. Das war ganz weich und warm. Die neidischen Blicke der Früchtchen sehe ich noch vor mir. Ich lag geschützt in den Armen meiner „Pflegemama“ und guckte zusammen mit ihr, der PRIMA Lehrerin und einigen der mittelgroßen Menschen, die auf einmal auch mit im Raum waren, den Früchtchen hinterher, die eins nach dem anderen, manchmal auch zu zweit oder dritt, aus der Tür getragen wurden. „Haltet die Chips steif!“, rief ich ihnen noch hinterher… da waren sie auch schon alle weg. Maracuja hörte ich noch verzweifelt rufen: „Samiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii, hilf’ uns!“

Tjo. Und da bin ich nun. Ganz allein an dieser tollen Schule. Inzwischen weiß ich auch, was da genau passiert ist. Anscheinend muss es die Schule sich erst verdienen, dass wir ganz da bleiben dürfen. Und das ist noch nicht mal sicher!!! Versteh’ ich nicht. Die haben so toll für uns gesorgt, fanden uns so klasse. Und wir waren denen eine so große Hilfe! Menschen wie dieser Schüttel-Birne hätten dazu gesagt: „Ä mätsch meid in häwän!“ Ein Bericht muss geschrieben werden, wieso wir hierher zurück dürfen sollen. Beweisen müssen wir, was für ein tolles Team wir waren. Ja haben die Entscheider denn meinen Blog nicht gelesen???? Da steht doch alles schwarz auf weiß (o.k. beige)!!!

Jetzt liegt’s also an der PRIMA Lehrerin, meiner „Pflegemama“ und mir, dem kleinen, gelben Sami, dass wieder zusammen kommt, was zusammen gehört:
Diese tolle Alfred-Wegener-Schule und die kleinen Früchtchen…

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Woche 6: Frisch gepresst

Ich fasse es immer noch nicht: Die Presse war da! Es hatte sich nämlich bis zur Zeitung rumgesprochen, dass die kleinen und mittelgroßen Menschen mit uns Tablets die tollsten Sachen machen. Da kam eine Frau mit einer ganz großen Kamera und einem fetten Notizblock. Und die hat ganz viele Fragen gestellt an die Schüler, die da waren, und an die PRIMA Lehrerin und meine „Pflegemama“. Das war echt lieb, was die alle über meine Kumpels und mich gesagt haben. Ey, die haben gar nicht mehr aufhören können mit Berichten, so begeistert waren sie von der Arbeit mit uns. Und die Frau von der Presse hat auch ganz dolle schnell Gefallen an der Sache gefunden. Die sah so süß aus, als sie auf mir die „Learn Piano“ App ausprobieren durfte. 😀 Ich glaub’, die hätte mich am liebsten mitgenommen. Wir haben ihr dann auch das Video gezeigt, das drei der mittelgroßen Mädels mit Birne zusammen gemacht hatten. Das ist aber auch ein krass-tolles Teil geworden. Hatte ich Euch ja schon von erzählt. Die Pressefrau war auch ganz baff, was man mit etwas Kreativität, einem stimmigen Konzept und so einem kleinen Tablet alles rausholen kann. Beim anschließenden Gruppenfoto durfte ich auch mit drauf.

OP-Bericht

Ja jaaaaa. Ich weiß: Ihr seht mich da gar nicht. Die Redaktion hat mich voll abgeschnitten. Gemein! Aber ich hab’s mir von der oberschlauen Kokosnuss erklären lassen: Diese Zeitungen, in denen hier so wichtige Nachrichten wie wir veröffentlicht werden, haben ein festes Seitenende. Stellt Euch das mal vor: Die kann man nicht wie uns nach unten scrollen! Krass, oder? Aber Ihr könnt’s mir schon glauben: Ich war da echt mit drauf. Die PRIMA Lehrerin hatte mich im Arm und meine Pflegemama stand voll stolz daneben. Die Birne sieht man natürlich *grmpf* – aber die hat wenigstens begriffen, was „Fair Play“ heißt und den Link auf der Schulhomepage zu meinem Blog in die Kamera gehalten 🙂 🙂 🙂

Ich bin total geschafft von so viel Aufregung und Aufmerksamkeit. Die mögen uns Tablets hier echt. Hoffentlich geht das immer so weiter. Selbst meine Kumpels, die sich sonst wegen so einigem immer in die Prozessoren bekommen, sind sich einig: Das hier soll für immer unser Zuhause sein!

Woche 5: Uiuiui

Anfang der Woche gab’s mal wieder was ganz Neues zu tun. Meine Güte – die sind hier ja voll … Sekunde, ich hab’ irgendwo das coole Fremdwort gespeichert … ah ja, hier isses: polyglott! Die sprechen wahnsinnig viele Sprachen. Und wir Tablets auch – nur wussten wir das erst gar nicht. Aber inzwischen können wir ja schon Englisch und Französisch. Und jetzt kam noch eine neue Sprache dazu. Die war uns total neu und kam uns erst etwas Spanisch vor. Auch die Menschen dazu kannten wir noch nicht. Aber war voll spannend, was die so im Netz recherchiert haben. Diesmal ging’s für uns datentechnisch nach Madrid. Da muss es sehr warm sein. Einige der Kids haben nämlich erstmal gegoogelt, wie dort das Wetter ist. Konnte ich verstehen, denn als ich mal aus dem Fenster hier gelinst habe, war alles grau und die Scheiben waren nass. Was drollig war: Die ganzen Mädels (in Madrid wären das übrigens „Tschikkas“) hier quetschten sich trotzdem ans Fenster. Ich hab’ erst gar nicht durchschaut, warum die das tun. Denn die haben richtig gebibbert. Und am Fenster ist es doch immer kälter als in der Mitte des Raumes (hab’ ich in Physik und durch reine Beobachtung gelernt … hat irgendwie was mit Aerodynamik zu tun oder so) . Aber vielleicht haben die Mädels einfach in der Stunde nicht aufgepasst, als das Thema im Unterricht dran war. Naja, jedenfalls irgendwann haben mir dann Zitrone und Pomelo, die bei so am Fester sitzenden Mädchen im Einsatz waren, berichtet, dass darunter etwas ist, das die Menschen Heizkörper nennen. Und die sind wohl, wenn’s draußen kalt ist, warm. Komisch. Uns Tablets ist nie kalt. Wenn wir so ordentlich arbeiten, wird’s uns automatisch ganz schön warm. 🙂

Also ich sag’ Euch, die hier in Kirchhain wissen echt, wie man einem Tablet die Prozessoren verdreht :-D. Ein paar Tage nach den „Tschikkas“ und „Tschikkos“ (exakt, das sind die Jungs in Madrid … seht Ihr, mit dem Sami lernt Ihr auch noch was in Eurer Freizeit!) kamen ganz super kleine Menschen vorbei. Die waren ja soooo putzig! Mango und Schlehe, die alten Softies, waren sofort hin und weg! 😉 Ist auch schwer, dem Charme der Knirpse zu widerstehen – die haben so große Augen und sind gaaaanz vorsichtig mit uns umgegangen. Und trotzdem hat der große Mensch von denen und uns Tablets ganz schön was verlangt. Wir mussten mit so ganz seltsamen Bildern arbeiten. Mir ist jetzt noch ganz schwummerig. Aber seht selbst:256px-Straightlines-bild

Da wird es einem doch voll drimmelig. Aber es hat auch total Spaß gemacht, die Kiddies quietschen zu hören vor Freude und Überraschung. Und die haben natürlich gerätselt, wie solche Effekte entstehen. Das war voll spannend. Also das geht so … Ne, halt, stopp! Versucht es doch selbst einmal herauszufinden, jetzt, wo Ihr doch eh grad an einem PC, Tablet oder Smartphone sitzt … 😛

Woche 4: Ganz oben

Meine Kumpels und ich haben ja schon einiges an dieser Schule kennen gelernt. Und wenn man denkt, aufregender könnte es nicht werden, hört man, wie die freche-kuschelige Lehrerin meiner „Pflegemama“ erzählt, dass sie mich (MICH, den kleinen gelben Sami – und nicht etwa die seit Neuestem sich voll überheblich gebenden „Granatapfel“ und „Ananas“ 😀 😀 😀 ) dem Schulleiter vorstellen will. Hach, war ich aufgeregt! Ich mein’, so’n Schulleiter, das ist doch so was wie ein Chef, also einer ganz oben, so quasi der Boss. (Warum die Leute hier den allerdings alle Boss-E nennen, hab’ ich nicht so ganz gerafft … ist vielleicht ein Kosename oder so…). Also hab’ ich jeden Tag gewartet, dass mich die frech-kuschelige Lehrerin holt… konnte mich gar nicht so recht auf die anderen Dinge konzentrieren, die sonst so passiert sind – so aufgeregt und nervös war ich. Was, wenn der mich doof fände? Müssten dann meine Kumpels und ich hier wieder weg? Das wäre doch voll blöd – uns gefällt’s doch hier! Solche Gedanken schwirrten mir durch die Prozessoren.
Und heute war es dann endlich so weit. Die frech-kuschelige Lehrerin (die PRIMA … so hab’ ich die Schüler sie nennen gehört) hat mich bei meiner „Pflegemama“ abgeholt und ist mit mir in einem Gebäude, in dem unten ganz viele schlau aussehende, große Menschen in einem Raum saßen, die Treppen hochgesprungen (total sportlich, diese PRIMA Frau), einen Gang entlang gehüpft und mit einem fröhlichen Gruß in das Büro vom Boss-E gegangen. Der saß ganz wichtig an seinem riesigen Schreibtisch und hat … Leute, das glaubt mir keiner … in meinem Blog gelesen! Echt wahr! Ich wär’ mal wieder gern rot geworden, wenn ich gekonnt hätte.

Bosse-Sami

Scheinbar hat er die PRIMA Frau und mich schon erwartet, denn er ist sofort aufgestanden und zu uns gekommen. „Das ist also der Sami“, hat er gesagt, und mich sofort neugierig angeschaut. Ich hatte Angst, ich bekomm’ vor lauter Aufregung einen Wackelkontakt! Boah, wäre das blamabel gewesen. Aber als der Boss-E mich total freundlich angelächelt hat, hab’ ich mich sofort etwas beruhigt. Die PRIMA Lehrerin hat mich ihm dann überreicht und wollte gerade ansetzen ihm zu erklären, was ich so alles kann, als er schon wild auf mir rumgedrückt hat. Da ist mir kurz schwarz vorm Display geworden und die PRIMA hat so was wie „Halt, Stopp, doch nicht daaa!“ gerufen. Der Boss-E hat dann erstmal ein etwas irritiertes Gesicht gemacht. War ihm vielleicht ein bisschen peinlich oder so. Ich fand ja, der sah aus, als ob er denken würde: „Öhhhhhhhhhhhhhhhmmmm… hab’ ich was kaputt gemacht?“ 😉

1Aber die freche-kuschelige PRIMA Lehrerin hat ihm dann ganz in Ruhe und geduldig gezeigt, was ich so alles drauf hab’. Das können die Lehrer hier ja. Geduldig sein! Ist meinen Kumpels auch schon aufgefallen. Und der Boss-E hat ganz aufmerksam zugehört. Ich hab’ mich aber auch von meiner besten Seite gezeigt und alles gemacht, was die PRIMA von mir wollte. Und so nach und nach sind auch die Fragezeichen in den Augen vom Boss-E verschwunden.

2Und dann hat er es noch mal versucht mit mir. Und, was soll ich Euch sagen?
Es hat geklappt!

3Die PRIMA war total stolz auf ihn. Scheinbar hat der Boss-E es noch nicht so mit neuen Medien. Umso wichtiger ist es, dass wir Tablets an dieser Schule bleiben können. Hier ist es nicht nur schön … hier können wir auch noch was leisten!!!
Leider war das Treffen dann ziemlich schnell rum – grad, als der Boss-E mutiger geworden ist. Er musste wohl irgendeine wichtige Reise antreten. Er nannte das „Abi-Tour“. Muss mal bei Gelegenheit googeln, wo Abi liegt. Aber jetzt geht es erst einmal wieder in mein Schaumstoffbettchen. Und dann werde ich den anderen erzählen, was ich erlebt habe und welche Aufgaben hier noch auf uns warten! „Granatapfel“ und „Ananas“ mögen ja mit ihrer aphrodisierenden Wirkung Menschen näher zusammenbringen. Aber ich hab’ heute einen Boss weiter gebracht. Wie krass ist das denn! 🙂 🙂 🙂

Woche 3: Der Kuschelfaktor

Also wir Tablets bringen jenen, die uns verwenden, eine ganze Menge (bei), haben meine Kumpels und ich festgestellt. Und selbst lernen wir auch täglich Neues kennen. Inzwischen können einige von uns sogar noch eine weitere Sprache. Die hört und liest sich so ganz anders als die erste, die uns begegnet ist, dieses Englisch. Die neue Sprache hat irgendwie ganz viele Äs und Es …“ träs schieeck, näss pah!?“ Die Sprache wird wohl in einer Stadt namens Paris gesprochen; zumindest haben einige von uns sich neulich auf einer Internetseite dort rumgetrieben, im „Parc Zoologique de Paris“, um genau zu sein. Dank unseres mittlerweile zum Tablet-Favoriten aufgestiegenen Übersetzungslöwen wissen wir jetzt auch, dass das die Seite eines Zoos war. Aber das hätten wir uns eh schon fast gedacht, denn bei unseren Ausflügen auf dem Schulgelände haben wir nie so viele Tiere gesehen. Da ist so ein Trip durchs Netz schon ganz praktisch. Schwuppdiwupp können wir in die unterschiedlichsten Welten reisen. Aber viele Infos führen bei uns Tablets auch zu immer neuen Erkenntnissen und Fragen. Dieses Paris zum Beispiel … als wir mal wieder so ungenutzt in unseren Schaumstoffbettchen lagen, haben sich „Granatapfel“ und „Ananas“ heimlich noch einmal eingeloggt um zu gucken, was man so über Paris wissen muss (die wollten vorbereitet sein, damit sie das nächste Mal noch schneller reagieren können, wenn’s in die Richtung losgeht). Und diese kleinen Angeber wollten auch wissen, was eigentlich andere so über sie sagen. Ihre Erzählungen anschließend waren etwas verwirrend.

Die waren im Nullkommanix auf x verschiedenen Seiten, sind von einem Stichwort zum nächsten geeilt. So viel konnte ich mir merken: Paris scheint die Stadt der Liebe zu sein. Und es gibt wohl Früchte, die haben eine afro … ehm, nein, Moment … eine aphrodisierende Wirkung. (Ich wollt’s net laut sagen, dass ich keine Ahnung hatte, was das schon wieder war. Aber weil die beiden das mit so Stolz geschwelltem Display erzählt haben, hab’ ich flux ein digitales Fremdwörterbuch aufgeschlagen und nachgeschaut. Das bedeutet so viel wie „anregend“ … also „Menschen einander näher bringend“). Und angeblich haben das besonders „Ananas“ und „Granatapfel“. Oh Mann! Jetzt bilden die zwei sich ein, sie seien etwas total Besonderes. 😮 Dabei, und das sag’ ich Euch jetzt im Vertrauen, muss man weder nach Paris, noch muss man „Ananas“ oder „Granatapfel“ heißen, um Jungs und Mädchen auf Annäherungskurs zu bringen. Pfffffffffffffffffffffffff. Das klappt auch wunderbar hier in Kirchhain – egal mit welchem „Früchtchen“. Haha – das klappt selbst bei mir, dem kleinen, gelben Sami … (*seufz* Und schon denke ich wieder an die frech-kuschelige Lehrerin…).

Ihr glaubt mir das nicht? Na dann guckt Euch mal die Bilder an, die ich so die letzten Wochen geschossen habe! Und, was sehr Ihr?

Kuschelfaktor

Genau! Wir Tablets haben den Kuschelfaktor! Von wegen „anonyme“ Technik und „Vereinsamung durch Digitalisierung“. Mit uns kommt nicht nur die große weite Welt per Klick ins Klassenzimmer. Nein! Mit uns rücken auch die Mädels und Jungs deutlich enger zusammen! Was können wir Tablets eigentlich nicht? Hmmmmm. Dieser Frage muss ich irgendwann noch einmal nachgehen. Aber nicht heute …

Woche 2: Fünf Sterne für Kreativität

Ein paar auserwählte meiner Früchtchen-Kumpel und ich konnten jetzt über mehrere Tage immer wieder die gleichen Schüler beobachten. Das Verwirrende war: Gesprochen haben die ganz normal – aber auf uns gearbeitet haben sie immer in dieser anderen Sprache, die letztens schon bei uns zu Irritationen geführt hatte. Inzwischen haben wir auch rausbekommen, was das für eine Sprache ist: Englisch. Und was die Kids können, können wir natürlich schon lange 😀 : Schnell lernen und uns anpassen. Also verstehen wir jetzt auch alles. Fast … Weil Manches ergibt noch immer wenig Sinn, wenn wir es nur gehetzt und unbemerkt irgendwo im Netz übersetzen lassen. Also diese besagten Jungs und Mädchen haben sich über die letzten Stunden hinweg alle mit Gedichten einer gewissen „Schüttel-Birne“ rumgeschlagen. Die sollten sich eins davon aussuchen, interpretieren (ich hab’ das so verstanden, dass das so was ist, wie ein kleines Handbuch zum besseren Verständnis verfassen) und das Ganze dann irgendwie kreativ (was wohl soviel bedeutet wie unbedingt etwas mit Bildern oder Videos zu machen) für die anderen festhalten. Das war total spannend für uns!

Manche von denen haben uns weiß-der-Tabletgott-wohin geschleppt: Da waren Orte dabei mit so klangvollen Namen wie „Blauer Salon“ … (auch so ein Mysterium: Meine Recherche hat ergeben, dass in einem „Salon“ Sessel stehen und alles edel ist und so … aber wo ich war, da sah das ganz anders aus irgendwie). Andere haben uns irgendwelchen Schmuck in unterschiedlichen Größen, Farben und Formen angehängt, der uns dann mit ganz vielen Daten gefüttert hat. Aber das Verwunderlichste war, dass die uns bekannte Funktionen ganz neu interpretiert haben. Mit uns Tablets geht zum Beispiel das sogenannte „Copy and Paste“ (Kopieren und Ausschneiden) mit einem stylischen Stift, den jeder von uns immer dabei hat. Dazu müsst Ihr wissen: In der ersten Stunde hat ein Unglückstropf diesen Stift so beim Zurückstecken verkantet, dass erst meine Pflegemama ihn wieder rausbekommen hat. Und seitdem scheinen alle Kids danach einen solch’ riesigen Bammel davor zu haben, noch was kaputt zu machen, dass sie die Stifte kaum mehr angerührt haben. Also jedenfalls war das dann so, dass einige dann „Copy and Paste“ völlig anders gamacht haben! Die haben nämlich den „Klotz“ (so nennen wir dieses klobige Ding, das mit uns hier angekommen ist und weißes Papier buntig macht) so dolle gefüttert, dass der sich ganz oft übergeben hat. Und was da rauskam, haben die dann irgendwie mit so silbernen Instrumenten verkleinert. Das hat eeeeewig gedauert. Da hab’ ich mir doch wieder gewünscht, mit den Mädels reden zu können 😉 😉 😉

Cut-1

cut-2

Was gerade diese Mädels dann aber mit den Stückchen gemacht haben, war super cool. Das muss ich Euch echt bei Gelegenheit mal zeigen.

Überhaupt: An dieser Schule sind die kleinen und mittelgroßen Menschen wahnsinnig einfallsreich und kreativ. ♥ ♥ ♥ Was die aus einer „Schüttel-Birne“ rausholen, ist unglaublich. ☆ ☆ ☆ ☆ ☆ Wenn alle Früchtchen und ich das Ganze angeschaut und wir das in der Gruppe besprochen haben, werde ich vielleicht davon berichten.

Jetzt haben wir erstmal ’ne ordentliche Pause. Das nennt sich hier „langes Wochenende“. Hoffentlich wird uns da nicht langweilig … 😮 😮 😮

Tag 6: Der Wortvermehrer

Neulich hab’ ich ja schon gelernt, dass nicht alle Menschen gleich sind. Wenn man so was erstmal rafft, ist das voll hilfreich. Denn so konnten meine Kumpels und ich uns auf diesen Unterschied langsam einstellen. Ihr erinnert Euch: Die Mathe und Mädchen Sache.

Inzwischen haben wir noch was gelernt: Denk’ nie, Du wüsstest alles. Heute kam eine Gruppe Kids, die wir schon kannten. Nur der Lehrer war ein anderer. Aber das macht ja voll den Unterschied! Die haben alle komplett anders gesprochen. Und von Mathe wollten die auch so gar nichts wissen. Nicht mal die Jungs.

Ich hab’ dann ganz dolle aufgepasst, um mitzukommen, was jetzt Sache ist, und von vorne so was gehört wie: „Nau plies ohpänn Lieohh änd tschäkk juhr ahnssers.“ Und dann ist auf meinem Schirm ein Löwe aufgepoppt! Huch, da hab’ ich mich erstmal ganz schön erschrocken, sag’ ich Euch. Der hat mich aber nicht gebissen. Das war schon mal gut. Und die Kids hatte so gar keine Angst vor dem. Die haben den sogar gefüttert – mit Buchstaben! Aber seltsam war das schon. Also zum Beispiel hat der Lehrer „taff“ gesagt. Und dann tippen die Kids da TOUGH ein! Ey, wenn Ihr mich fragt, ist das ganz schön verwirrend, wenn das, was Du hörst, gar nicht so geschrieben wird, wie es klingt. Aber die Kids hier scheinen voll schlau zu sein, denn die wussten immer, was der freundlich lächelnde Lehrer von ihnen wollte.

Die haben also diese komischen Wörter eingetippt und dann auf „Eingabe“ geklickt. Und was soll ich Euch sagen: Der Löwe ist ein Wortveränderer und –vermehrer! Das war voll lustig. Aus dem „taff“ (oh, Entschuldigung: T-O-U-G-H … hihi, ich komm’ darauf noch immer nicht so ganz klar 😀 😀 😀 ) wurden dann ganz viele Wörter, die ich problemlos verstanden habe: „zäh“, „rau“, „hart“, „schwierig“, „angespannt“, „brutal“ … die Liste war total lang. Ich glaub’, das war die eigentliche Aufgabe – aus dieser Wörterflut eins auszusuchen, das passt. Und das scheint nicht so einfach gewesen zu sein. Zumindest hatte ich den Eindruck, denn die haben irgendwie nicht so schnell die Lösung gefunden, auf die der Lehrer wohl gewartet hat. Zumindest hat der ganz viel den Kopf geschüttelt. Dabei sind die Kids so systematisch vorgegangen. Schön von oben nach unten die Liste durch.

Das hat den Jungs, die mich in der Mangel hatten, zu lange gedauert. Die haben dann schnell was ganz Anderes gemacht. Aber das hat der Lehrer gemerkt *hihi* – und dann hat’s bei mir wie neulich schon mal gebrizzelt und schwupps konnte man auf dem großen Bildschirm sehen, was die Kerle da im Schilde geführt hatten. – nach einer „Megan Fox“ gegoogelt   😮 😮 😮

Ui, das war denen vielleicht peinlich 😀 😀 😀 Da hat der Lehrer nur lakonisch gesagt: „Taff lack“ – und alle haben gelacht … bis auf die Jungs. Jetzt muss ich in einer ruhigen Minute nur noch herausbekommen, was das mit dem „Lack“ auf sich hat. Und ob der „zäh“, „rau“, „hart“, „schwierig“, „angespannt“ oder „brutal“ ist …